Lassen Sie sich entführen in die Anfänge des 20. Jahrhunderts und in die Wahlheimat des großen deutschen Impressionisten Max Slevogt. Besichtigen Sie nicht nur viele einzigartige Kunstwerke, sondern lernen Sie auch etwas über Max Slevogt als Mensch: sein Leben, sein Werk, seine Liebe zu Antonie „Nini“ Finkler...
Lithographie-Steine in der Bibliothek des Museums

Das Hofgut Neukastel (heute Slevogthof genannt) war seit 1914 im Besitz von Max Slevogt und wurde von ihm zu seinem Sommersitz ausgebaut. Slevogt bildet mit Max Liebermann und Lovis Corinth das „Dreigestirn des Deutschen Impressionismus“.

Der Slevogthof liegt oberhalb des Dorfes Leinsweiler an der Südlichen Weinstraße am Hang eines leicht vorgezogenen Hügels des Pfälzer Waldes. Von hier aus geht der Blick nach Süden zur Madenburg und weiter den Gebirgszug des Wasgaus entlang in Richtung Elsass, nach Osten in die Weite der Rheinebene. Das Anwesen ist aus einem Meierhof hervorgegangen, der einst zur Reichsburg Neukastel (12./13. Jh.) gehörte. Sie lag oberhalb des Hofes auf einer Felskuppe und bietet sich nach ihrer Zerstörung 1525 und 1689 heute als Ruine dar. Mit den Burgen Anebos und Münz bildete sie das Vorburgensystem des Trifels.

Die Bausubstanz des langgestreckten Slevogthofs - ein einfaches und doch vielgliedriges Gebäudeensemble mit Innen- und Vorhof sowie einer terrassierten Gartenanlage - ist im wesentlichen erhalten, wenn auch in Teilen erneuert. Die ältesten Gebäudeteile stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in dessen zweiter Hälfte auch der romantisierende zinnenbewehrte Turm hinzukam.

Nini auf der Gartentreppe

Max Slevogt ließ 1922/23 einen Erweiterungsbau nach Süden errichten, der v.a. Bibliothek und Musiksaal aufnahm und den er 1924 (Wandbilder im Musiksaal) und 1929 (Decke der Bibliothek) ausmalte. Figurenschmuck nach Slevogts Entwürfen kam zwischen 1928 und 1930 im Garten hinzu.

Der Slevogthof war ursprünglich im Besitz der Familie von Slevogts Frau Antonie („Nini“) Finkler, die er seit seiner Jugendzeit kannte und 1898 in der Martinskirche in Leinsweiler heiratete. Nach finanziellen Schwierigkeiten der Familie Finkler erwarb Slevogt 1914 das Anwesen, welches er seit Mitte der 80er Jahre häufig besucht hatte. Der Künstler verstarb in Neukastel am 20. September 1932 und wurde auf der Finklerschen Familiengrabstätte beigesetzt, einem kleinen Privatfriedhof, der etwa zweihundert Meter östlich des Slevogthofs in einem Kastanienwald liegt.

SäuleNoch heute befindet sich der Slevogthof in den Händen direkter Nachkommen Max Slevogts.

zum Grundriss
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